schreibt Herrmann Hesse in seinem berühmten Gedicht.

Sicherlich sind Sie verwundert, dass eine Partnervermittlerin, in diesem Falle meine Person, über Trennung schreibt. Wäre es nicht eher meine Aufgabe über Neubeginn, Liebe, schöne Gefühle zu schreiben? Und dennoch…In meiner täglichen Praxis erlebe ich es oft, dass Frauen und Männer sich nicht in der Lage fühlen, eine neue Beziehung einzugehen, weil die Angst vor einer erneuten Trennung, verbunden mit dem Trennungsschmerz, noch vorhanden ist oder die Trauer nicht zugelassen wird.

Wir Menschen leben in der Dualität – ohne den Tod gibt es kein Leben – ohne die Trennung keine Liebe und keine Bindung. Bei jedem Beginn einer neuen Liebe  schwebt von der ersten Sekunde die Trennung drüber. Unsere Angst vor der Trennung wird größer, je mehr wir uns gegenseitig einlassen, je mehr wir füreinander bedeuten. Und seien wir doch ehrlich: Wer mag schon Trennungsangst? Wirklich kein nettes Gefühl.

Oftmals verdrängen wir unsere Trennungsängste, so gut wir können. Jedoch… sie bleiben lebendig und zeigen sich in unseren Bindungsmustern. Als Kinder mussten wir lernen, mit bedrohlichen Trennungsängsten umzugehen. Als Erwachsene klammern und/oder kontrollieren wir den anderen. Oder wir regulieren unbewusst unsere Abhängigkeit herunter und empfinden weniger für den Partner. In jedem Fall schieben wir die Trennungsangst vor uns her. Und tritt dann die Trennung tatsächlich ein, so fallen wir erst einmal in ein großes emotionales Loch.

Auch ich kenne dieses Gefühl – das Gefühl des Schmerzes, der Trauer, des Verlustes! Der Trauer, dass eine geliebte Person aus deinem Leben gerissen worden ist oder du sie aus deinem Leben gerissen hast (tut meistens genauso weh). Anstatt den gemeinsamen Ritualen und Plänen gibt es erst einmal ein Nichts – eine große Leere macht sich breit. Und dennoch dient die Trauer dazu, Enttäuschung und Wut zu verarbeiten. Die Wunde muss erst einmal bluten, damit sie gereinigt wird und irgendwann heilen kann.

 Trauer-Ratgeber hierzu gibt es ohne Ende.  Ich selbst bin der Auffassung, dass jeder seine individuelle Art hat, mit der Trauer umzugehen. Dafür sind wir Menschen einfach zu unterschiedlich. Und dennoch gilt es, das Maß nicht aus den Augen zu verlieren. Es ist sehr wichtig, diesen Schmerz und diese Trauer zuzulassen, um diese Lebensphase abzuschließen. Denn so lapidar wie es vielleicht klingt, ohne Trauer gibt keine neue Liebe, ohne Schmerz keinen Neubeginn. Auch wenn Schmerz und Trauer schwer auszuhalten sind, so sind sie doch wichtig, um mit einer Lebensphase abzuschließen und in eine neue zu starten. Und es kommt der Tag, da ist alles durchlebt, der Schmerz verarbeitet und die positiven Erfahrungen überwiegen die negativen.

Herrmann Hesse schreibt in seinem berühmten Gedicht: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ In Liebesbeziehungen wohnt jedem Ende der Zauber eines neuen Anfangs inne.

 Ihre Nena Lacho